Die Funktionsweise von Motorradkettenrädern
Motorradkettenräder übertragen die Rotationskraft des Motors über ein Kettenantriebssystem auf das Hinterrad. Während der Motor das kleinere vordere Ritzel (Vorgelege) dreht, zieht er an der Kette, um das größere hintere Ritzel zu drehen. Das Verhältnis zwischen den beiden Größen ergibt ein "Übersetzungsverhältnis", das die Leistung bestimmt: Ein höheres Verhältnis (größeres hinteres Ritzel) erhöht die Beschleunigung/das Drehmoment, während ein niedrigeres Verhältnis die Höchstgeschwindigkeit verbessert.
Dieses Video erklärt anschaulich, wie Ritzel die Leistung eines Motorrads beeinflussen:
Kettenübertragungssystem
Um wirklich zu verstehen, wie die Zahnplatte funktioniert, müssen wir uns den so genannten "Endantriebs"-Kreislauf ansehen. Man kann ihn sich als Brücke zwischen der Motorleistung und der Straßenoberfläche vorstellen. Dieser Prozess beginnt mit dem Getriebe, das die Ausgangswelle dreht, die direkt mit der vorderen Zahnplatte verbunden ist (wir nennen sie üblicherweise Vorgelegewellenzahnplatte). Wenn sich die vordere Kurbelwelle dreht, greifen ihre Zähne in die Glieder der Kette ein. Die Kette wirkt wie ein durchgehender Riemen, der die Kraft zurückzieht und auf die hintere Zahnplatte überträgt, die mit der hinteren Nabe verschraubt ist. Diese feste Verbindung sorgt dafür, dass jede Umdrehung des Motors tatsächlich in die Aktion der Hinterräder umgesetzt wird.
Die Rollenverteilung von Front- und Seitenzahnscheiben
Obwohl es sich bei beiden um Zahnräder handelt, bestimmen Größe und Position ihre sehr unterschiedlichen "Persönlichkeiten":
Vordere Zahnscheibe (Nebenwelle): kleiner, ist das "Antriebsrad". Weil sie klein ist, muss sie sich mit hoher Geschwindigkeit drehen, um dem Abtriebsrhythmus des Motorgetriebes zu entsprechen.
Die hintere Zahnscheibe: viel größer, ist das "angetriebene Rad". Gerade wegen ihres großen Durchmessers ist ihre Geschwindigkeit langsamer als die der vorderen Zahnscheibe, aber sie kann eine größere Hebelwirkung (d.h. ein größeres Drehmoment) auf die Räder ausüben.

Das "Übersetzungsverhältnis" ist der Schlüssel
Wie bestimmt die Zahnplatte die Leistung des Motorrads? Der Kern liegt im "Zahnverhältnis". Die Formel ist sehr einfach:
Anzahl der Zähne auf der hinteren Scheibe ÷ Anzahl der Zähne auf der vorderen Scheibe = Zahnverhältnis
Wenn Ihr Auto zum Beispiel mit einer hinteren Scheibe mit 45 Zähnen und einer vorderen Scheibe mit 15 Zähnen ausgestattet ist, beträgt das Übersetzungsverhältnis 3,0 (45 geteilt durch 15). Das bedeutet, dass die vordere Scheibe drei volle Umdrehungen machen muss, bevor das Hinterrad eine Umdrehung macht. Dieser mechanische Vorteil (Mechanical Advantage) ist genau der Grund, warum ein Motor mit kleinem Hubraum auch ein schweres Motorrad zum Anfahren bringen kann.
Wie das Übersetzungsverhältnis die Leistung bestimmt
Wenn man die Größe dieser Scheiben ändert, ändert sich direkt das Übersetzungsverhältnis, und das bedeutet einen ewigen Kompromiss: Ist es Beschleunigung (Drehmoment) oder extreme Geschwindigkeit?
1. Größere Getriebeübersetzung: Mehr Beschleunigung und Drehmoment
Die so genannte "größere Verzahnung", in der Werkstatt nennen wir sie üblicherweise "dichte Verzahnung (Kurzverzahnung)". Die Umsetzung ist in der Regel:
Erhöhen Sie die Größe (Anzahl der Zähne) der Seitenzahnschiene.
Oder verkleinern Sie die Größe des Frontzahntrays.
Wenn das Übersetzungsverhältnis größer wird (z. B. von 3,0 auf 3,2), ist die Hebelwirkung des Motors auf die Hinterräder stärker. Dadurch wird das "Ziehgefühl" beim Anfahren deutlicher, das Ansprechen bei niedrigen Geschwindigkeiten ist sehr sensibel und das Auto fühlt sich beim Fahren energischer an. Dies hat jedoch seinen Preis: Bei hohen Geschwindigkeiten bleibt die Motordrehzahl (RPM) hoch, was die Höchstgeschwindigkeit begrenzt.

2. Kleineres Übersetzungsverhältnis: Optimierung der Geschwindigkeit
Umgekehrt wird ein "kleineres Zahnverhältnis" als "hohe Übersetzung" bezeichnet. Sie können sie auf folgende Weise einstellen:
Verringern Sie die Größe des hinteren Fachs.
Oder vergrößern Sie die Größe der Frontzahnschiene.
Wenn das Übersetzungsverhältnis reduziert wird (z. B. von 3,0 auf 2,8), dreht sich das Hinterrad pro Motorumdrehung öfter als bei der hohen Übersetzungseinstellung. Dadurch kann die Motordrehzahl im Reiseverkehr effektiv gesenkt und theoretisch auch die Geschwindigkeit des Motorrads erhöht werden. Allerdings müssen Sie psychologisch darauf vorbereitet sein. Das Drehmoment bei niedrigen Geschwindigkeiten wird geopfert. Das heißt, wenn die Ampel anspringt, werden Sie das Gefühl haben, dass das Auto "Fleisch" geworden ist und die Beschleunigung nicht so schnell ist.
Autor:Arthur
Mit über einem Jahrzehnt Fahr- und Schraubererfahrung bin ich darauf spezialisiert, komplexe Motorradmechanik zu entschlüsseln. Meine Leidenschaft ist es, Fahrern dabei zu helfen, zu verstehen, wie Teile wie Zahnkränze die Leistung ihres Motorrads auf der Straße beeinflussen.
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