Wie oft sollte man die Motorradkette reinigen?
Als Mechaniker mit 20 Jahren Erfahrung werde ich oft gefragt: "Wie oft sollte man eine Motorradkette reinigen?" Ehrlich gesagt, gibt es darauf keine absolute Antwort, da dies stark von Ihren Fahrgewohnheiten und Ihrer Umgebung abhängt. Ich werde jedoch eine Faustregel und meine persönliche Methode der Beurteilung mitteilen.
Wie oft sollte ich meine Motorradkette reinigen?
Als allgemeine Richtlinie empfehle ich alle 500 bis 800 Kilometer (oder 300 bis 500 Meilen) eine Tiefenreinigung.
Aber denken Sie daran, dass dies nur ein Ausgangspunkt ist. Wichtiger als die Laufleistung ist es, den Zustand der Kette zu beobachten.

Schlüsselfaktoren, die die Häufigkeit der Kettenreinigung beeinflussen
Die folgenden Faktoren beeinflussen direkt, ob Sie Ihre Kette früher als empfohlen reinigen müssen.
Umgebung und Wetter beim Reiten
Trockene, staubige Umgebungen: Staub und Sand lagern sich schnell auf der Kette ab. Diese Partikel vermischen sich mit altem Schlamm und bilden ein Schleifmittel, das den Verschleiß beschleunigt. In diesem Fall muss die Frequenz erhöht werden.

Regnerische oder feuchte Umgebungen: Wasser und Schlamm schwemmen Schmiermittel aus und beschleunigen die Korrosion. Wenn es gerade geregnet hat oder Sie auf schlammigen Straßen gefahren sind, müssen Sie Ihr Fahrzeug sofort reinigen und schmieren, auch wenn Sie Ihre Kilometerzahl noch nicht erreicht haben.
Salzspray oder Wintersalz: Das ist der Killer Nummer eins für Ketten. Wenn Sie in Küstennähe wohnen oder im Winter auf gesalzenen Straßen fahren, müssen Sie die Reinigungshäufigkeit deutlich erhöhen, sonst verkürzt sich die Lebensdauer Ihrer Motorradkette drastisch.
Kilometerstand
Wie bereits erwähnt, sind 500-800 Kilometer ein Standardwert. Wenn Sie auf Langstreckentouren unterwegs sind, kann Ihnen diese Zahl helfen, Ihre Wartungspausen zu planen.
Motorrad-Kettentypen
O-Ring/X-Ring-Ketten: Diese sind der Hauptstrom für moderne Motorräder. Sie haben interne Dichtungen, die die interne Schmierung besser aufrechterhalten. Das bedeutet, dass sie in Bezug auf die Häufigkeit der Tiefenreinigung etwas weniger anspruchsvoll sein können, aber äußerer Schmutz und alter Schlamm müssen zum Schutz der Dichtungen immer noch entfernt werden.
Nicht versiegelte (Standard-) Ketten: Diese Ketten müssen sehr viel häufiger gereinigt und geschmiert werden, in der Regel alle 200-300 Kilometer.
Reinigungsberatung durch einen erfahrenen Techniker
Allgemeine Empfehlungen
Meine Erfahrung ist: Sprechen Sie nicht isoliert über Reinigung, sondern betrachten Sie Reinigung und Schmierung als einen kombinierten Prozess.
Mein praktischster Rat ist: Jedes Mal, wenn Sie die Kette schmieren, sollten Sie zuerst feststellen, ob eine Reinigung erforderlich ist. Da Sie die Kette ohnehin ölen werden, ist es hundertmal effektiver, ein paar Minuten länger zu warten, um alten Schmutz zu entfernen.

Anpassungen unter besonderen Umständen
Wenn Sie am Wochenende eine lange Fahrt unternommen haben, aber die Straßenverhältnisse trocken und das Wetter sonnig waren und die Kette nur leicht verschmutzt ist, können Sie mit der Tiefenreinigung vielleicht 1000 Kilometer warten.
Umgekehrt, Wenn Ihre Kette bei einer Ausfahrt mit Schlamm bedeckt ist oder Sie auf dem Heimweg von der Arbeit von einem Regenguss durchnässt wurden, dann überschreitet dieser besondere Umstand sofort die geforderte Kilometerleistung. Seien Sie nicht dumm, reinigen und schmieren Sie sie sobald Sie nach Hause kommen.
Wie kann ich feststellen, ob die Kette gereinigt werden muss?
Es ist ganz einfach: Benutzen Sie Ihre Augen und Ohren, um zu urteilen:
- Visuelles Urteilsvermögen: Wenn Sie eine dicke, schwarze, "schlammige" Fettschicht auf der Kette sehen oder wenn die Glieder mit Sand verstopft sind, muss sie gereinigt werden.
- Taktiles Urteilsvermögen: Wischen Sie die Kette vorsichtig mit einem sauberen Tuch ab. Wenn der Schmutz, der sich ablöst, abrasiv (körnig) ist, muss er gereinigt werden.
- Audio-Urteil: Wenn Ihre Kette ein auffälliges "Zischen" oder "Klicken" von sich gibt, das sich wie Sandpapier anhört, bedeutet dies in der Regel, dass das Schmiermittel versagt hat oder dass sich starker Schmutz angesammelt hat, der sofort gewartet werden muss.
Schritte zur Reinigung und Wartung der Kette
Nachdem wir nun festgestellt haben, dass es gereinigt werden muss, wollen wir uns die einzelnen Schritte ansehen.
Erforderliche Werkzeuge
- Kettenspezifischer Reiniger: Verwenden Sie immer ein O/X-Ring-freundliches Produkt.
- Kettenspezifische Bürste: Eine facettenreiche Bürste verbessert die Effizienz.
- Sauberer Lappen oder Mikrofaserhandtuch: Zum Abwischen.
- Kettenspezifisches Schmiermittel: Auch hier gilt: Wählen Sie ein hochwertiges Produkt, das O/X-Ring-freundlich ist.
- Paddock-Ständer (Hinterradständer): Das ist wichtig, denn sonst können Sie die Arbeit nicht ordnungsgemäß ausführen.
Schritte zur Reinigung
- Stellen Sie das Motorrad auf: Verwenden Sie den Montageständer, um das Hinterrad anzuheben.
- Reiniger anwenden: Sprühen Sie den Reiniger gleichmäßig auf die Kette. Übertreiben Sie es nicht.
- Pinsel: Bürsten Sie die Seiten, die Ober- und die Unterseite der Kette vorsichtig mit einer Kettenbürste.
- Wischen: Wischen Sie das alte Fett und den vom Reiniger gelösten Schmutz mit einem sauberen Tuch gründlich ab.
- Trocken: Stellen Sie sicher, dass die Kette vollständig trocken ist. Dies ist wichtig; Restfeuchtigkeit oder Lösungsmittel aus dem Reiniger können die Haftung des neuen Schmiermittels beeinträchtigen.
- Schmieren: Sprühen Sie das Schmiermittel auf die Innenseite der Kette (d. h. auf die Kontaktfläche mit dem Kettenrad) und lassen Sie dem Schmiermittel Zeit, zwischen die Rollen und Seitenplatten einzudringen.
- Lassen Sie es ruhen: Warten Sie mindestens 30 Minuten (oder entsprechend den Anweisungen des Schmiermittels), damit das Lösungsmittel verdampfen und das Schmiermittel eindicken kann, bevor Sie fahren.
FAQs
Q: Kann ich WD-40 verwenden, um die Kette zu reinigen?
A: Nein. WD-40 ist ein Lösungsmittel; es dringt in die Dichtungen ein und löst das innere Fett auf. Bitte verwenden Sie Kerosin oder einen professionellen Motorradkettenreiniger.
Q: Womit reinigt man eine Motorradkette?
A: Sie müssen ein Produkt verwenden, das die inneren Dichtungen der Kette nicht beschädigt. Ich habe zwei sehr zuverlässige Optionen:
Professioneller Kettenreiniger: Kaufen Sie einen im Handel erhältlichen speziellen Motorradkettenreiniger. Sie sind professionell formuliert, haben eine starke Reinigungskraft und stellen sicher, dass sie die Gummidichtungen nicht angreifen. Dies ist die sicherste und einfachste Methode.
Kerosin: Viele erfahrene Mechaniker und Hersteller (wie Kawasaki) führen in ihren Wartungshandbüchern Kerosin als akzeptablen Reiniger auf. Kerosin hat eine mäßige Lösungskraft, die alten Schlamm effektiv auflösen kann und dabei die Gummidichtungen der Kette nur minimal beschädigt. Außerdem ist es preiswert.
Q: Wohin soll das Kettenschmiermittel gesprüht werden?
A: Sie sollten das Schmiermittel auf die Innenseite der Kette sprühen, d. h. auf die Seite der Kette, die das hintere Ritzel berührt. Wenn Sie es auf die Innenseite sprühen, trägt die Zentrifugalkraft dazu bei, dass sich das Schmiermittel nach außen verteilt und besser zwischen die Kettenrollen und Seitenplatten eindringt. Wenn Sie es nur auf die Außenseite sprühen, wird das Schmiermittel beim Fahren leicht abgeschüttelt.
Schlussfolgerung
Die Wartung der Kette gewährleistet einen effizienten Betrieb Ihres Antriebsstrangs und verlängert die Lebensdauer Ihrer Kette und Ritzel erheblich. Denken Sie daran, dass alle von mir genannten Häufigkeitsempfehlungen nur Faustregeln sind; Ihre Augen und Ohren sind Ihre besten Wartungswerkzeuge.
Schließlich sollten Sie immer das Wartungshandbuch Ihres Motorradherstellers zu Rate ziehen. Dort finden Sie die genauesten Empfehlungen für Spannung, Reiniger und Schmiermittel für Ihr spezielles Modell.

Motomaxsfr
